Archiv für den 11. Januar 2011

NPD-Wahlkampf geht in die heiße Phase

Am 20. März 2011 finden in Sachsen-Anhalt die Landtagswahlen statt.
Die NPD begann ihren Wahlkampf, wie zu erwarten, als erste der zu wählenden Parteien.
Schon im vergangenen Jahr gab es einzelne Infostände, unter anderem auch in Quedlinburg, Wernigerode und Halberstadt.

In ihrer aktuellen Wahlkampfzeitung „Warum NPD?“ geben sie den geneigten Wählern Anstöße, warum es gut und richtig sei, den „Nationaldemokraten“ die Stimme zu geben. Der NPD-Spitzenkandidat für Sachsen-Anhalt ist Landeschef Matthias Heyder aus Elbingerode (Harz) . So kommt dieser selbstverständlich auch in der Wahlkampfzeitung zu Wort.
Mal wieder wird auf sozial und bürgerlich gemacht und versucht den Nerv der politikverdrossenen Wählerschaft zu treffen. Konkretisiert wird das dadurch, indem Matthias Heyder erläutert, warum Sachsen-Anhalt das Land der „Frühaufsteher“ ist.
Die Antwort ist simpel: Die, die noch Arbeit haben, aber in Sachsen-Anhalt wohnen, müssen schlicht und ergreifend früher aufstehen, um rechtzeitig an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, der sich in anderen Bundesländern befindet. Was Heyder eigentlich sagen möchte ist, dass es in Sachsen-Anhalt keine Arbeitsplätze gibt und deshalb alle „Frühaufsteher“ und Überhaupt-Nicht-Aufsteher die NPD wählen sollen.
Die Rechtsradikalen erhoffen sich so Stimmen von Pendlern, Arbeitslosen und von denen, die ohnehin ein Faible für moderne Naziideologie haben.

Auch Philipp Valenta (Stadtrat Bernburg), Michael Schäfer (Stadtrat Wernigerode), Heidrun Walde (Kreistag Salzland) und Matthias Gärtner (Stadtrat Magdeburg) bieten in der Zeitung billige Lösungansätze für brisante gesellschaftliche Probleme.
Themen sind zum Beispiel die Europäische Union, Gebietsreform , Rente, Hartz4, Niedriglöhne, Familie und die NPD-übliche traditionelle Heimatverbundenheit.
Besonders absurd erscheint ein Randspaltentext in der Wahlkampfzeitung. Dort heißt es nämlich, dass laut Konrad Freiberg (Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei), die innere Sicherheit vor einem Kollaps stehe. Warum? In den letzten 10 Jahren seien rund 10.000 Stellen im Polizeiapparat gestrichen worden. Weitere 9.000 sollen aufgrund von leeren Haushaltskassen in den nächsten Jahren ebenfalls gestrichen werden.

Die logische NPD-Konsequenz: „Mehr Polizei=Mehr Sicherheit/Darum NPD“. Eine neue Strategie, um nun auch noch die verbitterten Polizisten des Landes auf deren Seite zu ziehen? Ob diese aufgeht bleibt abzuwarten. Die 600 Polizisten, die am 27. November letzten Jahres dank der NPD umsonst ihren Samstag verschwendeten, werden dies sicher nicht bis zur Wahl vergessen haben. (Bericht) Abzuwarten bleibt auch, inwiefern das NPD-Bürgerbüro in Halberstadt, das in letzter Zeit vermehrt Ziel von antifaschistischen Aktionen geworden ist, als Wahlkampfzentrale genutzt wird.