Sachsen-Anhalts NPD im Wahlkampf

Es ist soweit: Die ersten NPD-Wahlplakate hängen nun auch an den Straßenlaternen Quedlinburgs, Halberstadts und Wernigerodes.
Desweiteren gibt es auch mehrere „Wahlkampfmobile“; Lastkraftwagen, auf denen das Gesicht des Spitzenkandidaten, Matthias Heyder, zu sehen ist und die weiter mit der Wahlkampfparole „Landtagswahl 2011 – Heyder räumt auf!“ geschmückt sind. Auf der Vorder- und Rückseite wurden wieder die bekannten Phrasen, wie „Zeit für Veränderung“, „Wahltag ist Zahltag“ und „Unterwegs für unser Land“, benutzt.
Was bei einem dieser „Wahlkampfmobile“, vom Typ Mercedes Benz, auffällt, ist das Kennzeichen (LWL-CV 664), das zeigt, dass diese Lastkraftwagen aus Mecklenburg-Vorpommern (LWL->Ludwigslust) zur Unterstützung für den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt herangezogen wurden.
Zudem hat sich die NPD das ergeizige Ziel gesetzt, eine Million Wahlkampfzeitungen unter „das Volk“ zu bringen. Anscheinend hat sie sich damit etwas überschätzt, deshalb bettelt Matthias Heyder in immer neuen Videos auf Youtube um Wahlkampfhelfer. Die einfacheren Kameraden haben offensichtlich keine Lust, sich für „die Partei“ nützlich zu machen und voller Opfermut für die „nationale Sache“ ihre Zeit mal nicht biertrinkend zu verbringen. So müssen die keimigen Hochbetten im NPD-“Bürgerbüro“ und „Wahlkampfzentrale“ in Halberstadt wohl vorerst leer bleiben.

Außerdem gab es eine Stellungnahme des JN-Bundesvorsitzenden, Michael Schäfer aus Wernigerode, in Form eines Youtube-Videos. In diesem steht er vor einem angekokelten Verschlag in der Otto-Spielmann-Str. 65 und spricht von den „Überresten eines feigen linken Brand- und Mordanschlags vom Heiligabend“. Gemeint ist ein Angriff auf das besagte Bürgerbüro, der sich in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag letzten Jahres ereignet haben soll (wir berichteten …). Er spricht weiter über die Täter_innen und ihre „menschenfeindlichen“ und „menschenverachtenden“ Motive.

Zu erwähnen ist aber, dass er hierbei, entgegen verschwörungstheoretischer Vorstellungen seines Gesinnungsfreundes Lothar Nehrig, dem das Anwesen in der Otto-Spielmann-Str.65 gehört, explizit von „linksextremistischen“ Tätern und Täterinnen spricht und nicht von Vertretern der etablierten Parteien, die schon oft in der Vergangenheit wegen jeder kleinsten Sache verantwortlich gemacht wurden.
Das Video an sich fällt, wie die meisten NPD-Videos, durch seine amateurhafte Machart auf. Das Bild ist verzerrt, eingeblendete Schrift nur halb im Bild zu sehen. Durch häufige Schnitte wird versucht, Schäfers bescheidene rethorische Fähigkeiten zu schönen.

Offen bleibt die Frage, wer jetzt genau in der besagten Nacht im Schuppen geschlafen haben soll, weshalb Schäfer von einem „Mordanschlag“ spricht. Vielleicht gibt er dies im nächsten „NPD Podcast“ bekannt…


1 Antwort auf „Sachsen-Anhalts NPD im Wahlkampf“


  1. 1 Was Sarrazin mit der Kirche und dem Wahlkampf der NPD zu tun hat… « Human Traffic ☭ gegen die deutsche Langeweile Pingback am 26. Februar 2011 um 17:03 Uhr
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