Gedenkveranstaltung für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge

Am 27.011.2013 nahmen rund 50 Menschen an der Gedenkveranstaltung anlässlich des internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus an der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge teil.
„Malachit“ war der Deckname eines Außenlagers des KZ Buchenwald bei  Halberstadt/Harzvorland. Im Rahmen der Untertageverlagerung der Rüstungsproduktion entstand Ende April 1944 das Konzentrationslager  Langenstein-Zwieberge. Bis zur Befreiung durch US-amerikanische Truppen  am 11. April 1945 mussten über 7.000 Häftlinge aus 22 Ländern sowie Staatenlose ein 13 Kilometer langes Tunnelsystem in das Sandsteinmassiv  der Thekenberge treiben. Nach Fertigstellung der Stollen sollte dort u.a. eine Teilproduktion der Jägerfertigung für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG aufgenommen werden. Viele der Gefangenen überlebten die unmenschlichen Bedingungen nicht, es herrschte das Prinzip der „Vernichtung durch Arbeit“.1
Die Gedenkveranstaltung startete gegen 14.00 Uhr im Gedenkstättengebäude mit einem Vortrag von Dr. Alexander Sperk (Halle/Saale) zum Thema „Der 30. Januar 1933 und seine Folgen auf dem Gebiet des heutigen Landes Sachsen-Anhalt“. Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse verzögerte sich seine Anreise und er konnte den Vortrag nicht persönlich halten.Anschließend ging es gemeinsam zum Mahnmal. Dort hielt der Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt Andreas Henke (Die Linke) eine Rede. Hierbei ist zu kritisieren, dass er zwar auf die Folgen für die Betroffenen rassistischer, antisemitischer und menschenverachtender Gewalt einging, allerdings die heutige Situation und die immer noch vorhandenen Gefahren von Rechtsaußen unkommentiert ließ. Bereits Anfang Januar kam es zu Hakenkreuzschmierereien an der Gedenkstätte.

„Langenstein/Zwieberge –   Am 02.01.2013, um 11.30 Uhr, wurde angezeigt, dass unbekannte /r Täter eine Gedenktafel des Vereins „Langenstein Zwieberge e.V.“ mit zwei Hakenkreuzen (30 cm x 30 cm und 50 cm x 50 cm), mit weißer Lackfarbe, beschmiert hatten. Die Gedenktafel steht an dem Weg zum Landhaus. Das Sachgebiet Staatsschutz des Polizeireviers Harz hat die Ermittlungen aufgenommen.“2

Abschließend wurden in stillem Gedenken noch einige Kränze und Gestecke niedergelegt.

Nichts und Niemand ist vergessen!


1http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=31584
2: (Quelle: Polizeirevier Harz 02.01.2013)