Rechte Umtriebe in Halberstädter Firmenlandschaft – Ehemaliger NPD-Chef als Personalverantwortlicher bei Bildungszentrum

Der ehemalige Landesvorsitzende der NPD Sachsen-Anhalt, Matthias Heyder aus Elbingerode, ist derzeit für ein Bildungszentrum in Halberstadt tätig. Das Unternehmen „Treulieb Management e.K.“ (Gröperstraße 26, 38820 Halberstadt) konzentriert sich laut eigenem Leitbild hauptsächlich auf die Aus- und Weiterbildung im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens. Hier ist Heyder laut Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer direkter Ansprechpartner aller Interessenten für eine Ausbildung zum „Kaufmann/-frau für Bürokommunikation“1.

Heyder schaffte es kurz vor dem gescheiterten Einzug der NPD in den Landtag von Sachsen-Anhalt in die Schlagzeilen, da er im Verdacht stand, Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff in einem Internetforum veröffentlicht zu haben. Außerdem soll er dazu aufgerufen haben, „linke Frauen zu schänden“2. Im Herbst 2011 wurde Heyder aus der NPD ausgeschlossen und im Jahr 2012 wurden die Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt, da ihm keine Straftaten konkret nachgewiesen werden konnten.

Anhand Heyders Facebook-Profil ist jedoch ersichtlich, dass er weiterhin Kontakte zu aktiven Neonazis pflegt. Umso ungeheuerlicher scheint es, dass Heyder für ein Bildungszentrum im Gesundheits- und Sozialbereich als Ansprechpartner für Auszubildende eingesetzt wird. Auch andere Halberstädter Unternehmen scheinen kein Problem darin zu sehen, einen Mitarbeiter zu beschäftigen, der sich öffentlich rechtsaußen positioniert. So arbeitet Matthias Heyder auch für die „Heimburger Massivhaus Bau GmbH“ (Johannesbrunnen 23, 38820 Halberstadt) als Ansprechpartner für den Harzkreis und Umgebung3.


Facebook-Screenshot4

Update: In der Jungen Welt erschien am 03. April 2013 ein Artikel zum Thema: Neonazi als Sozialarbeiter



1. Eintrag der IHK-Lehrstellenbörse
2. tagesschau.de-Artikel: „Junker Jörg“ gibt Ratschläge zum Bombenbau
3. Webseite der „Heimburger Massivhaus Bau GmbH“
4. Bildschirmfoto vom Facebook-Profil Michael Schäfers vom 19. Februar 2013