10 Jahre Braunzonenrock aus Wernigerode – Jubiläumskonzert in Magdeburg

Notloehsung_FlyerAm 13. April 2013 will die Band „NotlöHsung“ aus Wernigerode in Magdeburg ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Die Band, deren Musik laut eigener Aussage eine „gute Mischung aus Metal, Punkrock und Streetcore“ sein soll, wird zusammen mit „Punkfront“ (Berlin) und „Rien ne vas plus“ spielen. Nach außen hin gibt sich die Gruppe unpolitisch: „Aus Politik halten wir uns raus, dafür sind andere in diesem Land zuständig“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite.

Die Musikgruppe besteht zur Zeit aus Chris „Scholle“ S. (28) als Bassist, Andy B. (29) am Schlagzeug, Gitarrist Christoper J. (25) und Sänger Rainer „Hakkus“ K. (27). Letzterer macht aus seiner rechtsradikalen Einstellung keinen Hehl und zeigt sich bei Auftritten auch in T-Shirts der Nazibands „Hassgesang“ und „Blutzeugen“. Ein Blick auf die gespielten Konzerte mit der Neonazi-Combo „Kategorie C“, der Nazipunkband „Punkfront“ und der mehr Braun- als Grauzonenband „Elbroiber“ offenbart schnell, dass „NotlöHsung“ kein Problem damit haben, zusammen mit politisch rechtsgerichteten Bands aufzutreten.

Mit den „Elbroibern“ aus Magdeburg nahmen die Wernigeröder die Split-EP „Grauzone Rock‘n'Roll“ auf. Auf dem 2010 veröffentlichten Tonträger singen sie gegen „die Szenepolizei“ an. Gerne wird dieser Begriff als Totschlagargument gegen kritische Stimmen gebraucht, wenn rechtsradikale Verstrickungen nicht mehr zu leugnen sind. Erst Anfang Februar diesen Jahres kam es in Magdeburg zu einem Übergriff auf antifaschistisch eingestellte Jugendliche durch Personen aus dem Umfeld der „Elbroiber“.

In Anbetracht dessen wirken Statements der Band wie „Bei uns ist jeder Willkommen, egal welcher Gesinnung er angehört, ob er links, rechts, oben oder unten ist“ wie ein hilfloser Versuch, sich der Verantwortung für das eigene Umfeld zu entziehen. Es wird eine scheinbar unpolitische Haltung der Band suggeriert, die nicht der Realität entspricht.

Zuletzt beteiligte sich die Wernigeröder Band an dem Sampler „United Skins for Freedom of Speech Vol.2″. Auch auf dem Vorgänger „United Skins for Freedom of Speech“ des RAC-Labels „Oi ain‘t red records“ war sie vertreten. Der Vertrieb dieser CDs erfolgt durch den neonazistischen Onlineshop „Adler Versand“. Auf der ersten Ausgabe des Samplers sind auch Nazibands wie „Brassic“ und „Les Vilains“ mit von der Partie. Nach eigenen Angaben arbeiten „NotlöHsung“ gerade an einem Album, das beim Label „Aggressive Zone Records“ aus Sondershausen erscheinen soll. Der Inhaber Patrick Weber betreibt auch den „Germania Versand“ und sitzt für die NPD im Kreistag Kyffhäuserkreis und im Stadtrat Sondershausen.

Auch wenn „NotlöHsung“ es noch vermeiden, sich textlich offen als Neonazis zu outen, scheinen sie offensichtlich Sympathien für die rechte Szene zu hegen. Obgleich ihre Texte scheinbar unpolitische Themen aufgreifen, arbeiten sie ungeniert mit Personen aus rechten und rechtsoffenen Kreisen zusammen. Mit ihrer Beteiligung an Musikprojekten, die sich explizit von linken Einflüssen abgrenzen und rechtsradikale Bands einbeziehen, überschreiten sie bewusst die Grenze zum Rechtsrock.