Archiv für März 2015

NPD-Stadtrat Michael Grunzel gibt Parteibuch zurück

Foto Michael Grunzel Vor wenigen Wochen gab Michael Grunzel seinen Austritt aus der NPD bekannt. Damit verliert die NPD Sachsen-Anhalt ihren Sprecher und ein wichtiges Vorstandsmitglied. Für die angeschlagene Partei verschlechtern sich die Voraussetzungen für die im Frühjahr 2016 anstehende Landtagswahl zusehends.

Seine Mandate im Stadtrat von Halberstadt sowie im Kreistag des Harzkreises will der Ex-NPD-Mann aber behalten. Auf Facebook äußerte Michael Grunzel, dass er lieber sein Kreistagsmandat behalte, anstatt es an jemanden (den Quedlinburger Andreas Schmollius) weiterzugeben, „den man regelmäßig mit einem Blechbrötchen vor der Kaufhalle stehen sieht, der nur rudimentär lesen und schreiben kann und der sich von einer 100-prozentigen Systemmarionette als Dummy benutzen lässt.“ Vermutlich spielen finanzielle Aspekte bei dieser Entscheidung ebenfalls eine Rolle.

Da Grunzel jeweils alleine für die NPD in Stadt- und Kreistag saß (und jetzt parteilos sitzt), war sein Handlungsspielraum ohne Fraktionsrang ohnehin eingeschränkt. Entsprechend unspektakulär ist seine Teilnahme an den Sitzungen. Während er im Stadtrat gelegentlich das Wort ergreift, ist bei den Sitzungen des Kreistags vom gesundheitlich immer wieder angeschlagenen Grunzel kaum etwas zu vernehmen.

Seine Präsenz beschränkt sich vor allem auf das Internet, wo er bei Facebook immer wieder Bilder des historischen Halberstadts postet oder rassistische Hetze verbreitet. Michael Grunzel war sich auch nicht zu schade, seine Parteikameraden mit plumpen Versuchen und offensichtlich unwahren Behauptungen hinters Licht zu führen. So fälschte er z.B. im Jahr 2012 ein Bekennerschreiben und während des letzten Kommunalwahlkampfes erfand er einen Anschlag auf seinen Kameraden Thorsten Fleischmann und schrieb darüber einen Artikel, den er (wie in der letzten Zeit öfter) in der Optik eines Zeitungsartikels im Web veröffentlichte. Das ließ einige seiner Gesinnungsgenossen glauben, es handele sich bei diesen „Artikeln“ um echte Zeitungsbeiträge der etablierten Presse.

Ein Hinweis darauf, dass der schleichende Niedergang der NPD nicht unbedingt das Ende rechter Parteien im Harzkreis bedeuten muss könnte sein, dass sich laut sozialen Netzwerken im Harz ein Kreisverband der Partei „Die Rechte“ gegründet haben soll.