„Candy Division“ – die nächste rechte Rockgruppe

Nachdem sich die rechte Rockgruppe „Notlöhsung“ aufgelöst hat, machen zwei der Mitglieder nun in einer anderen Band Musik. Die Combo, die mehrheitlich aus dem Harzkreis kommt, will unter dem Namen „Candy Division“ bald ihre erste Veröffentlichung herausbringen.

Auf der Facebook-Seite der Gruppe ist zu lesen: „Wir haben uns Ende 2015 aus mehreren Bands zusammengefunden und uns entschieden, die kommenden Wege gemeinsam zu bestreiten.“ Neben den ehemaligen „Notlöhsung“-Mitgliedern Rainer K. (30, Gesang) und Andy B. (33, Schlagzeug) sind Sebastian M. (25), Gitarrist bei „Lost and Found“, und Benjamin K. (26) aus Aschersleben am Bass mit von der Partie.

„Notlöhsung“ waren eng mit der rechten Szene verstrickt. Sie versuchten sich oberflächlich zu distanzieren, was aber angesichts der Bandmitglieder, der Freundschaften und Auftritte mit Rechtsrockbands und dem Erscheinen der letzten CD über das Rechtsrocklabel „Agressive Zone Records“ von NPD-Politiker Patrick Weber aus Sondershausen wenig glaubwürdig erschien. Ähnlich verhält es sich bei „Lost and Found“. Scheinbare Distanzierungen können auch hier nicht über die Rechtsaußen-Verstrickungen hinwegtäuschen.

Noch vor der ersten Erscheinung von „Candy Division“ lassen die Mitglieder erst gar keine Zweifel über ihre Szenezugehörigkeit aufkommen. Rechtsrockfan Rainer K. nimmt an neonazistischen Musikveranstaltungen Teil und macht auch sonst keinen Hehl aus seiner rechten Gesinnung. Wie seine Kameraden bei „Candy Division“ zeigt er sich gerne in T-Shirts verschiedenster Rechtsrockgruppen und war beispielsweise auch regelmäßiger Teilnehmer bei den Veranstaltungen der völkisch-rassistischen Gruppierung „Identitäre Bewegung Harz“.

Auf der Facebook-Präsenz posieren die Bandmitglieder teilweise in T-Shirts des neonazistischen Musiklabels „Opos Records“, das einen der wichtigsten Vertriebswege von neonazistischer Musik und Merchandising darstellt und durch aufwendig gestaltete Designs von „Vlanze Graphics“ eine große Popularität innerhalb der Szene genießt. Das Artwork für die kommende Veröffentlichung von „Candy Divsion“ übernimmt ebenjener Gestalter und bekennender Neonazi Martin Wegerich alias „Vlanze Graphics“, der Auftragsarbeiten für Rechtsrockbands, Neonaziorganisationen und Naziklamotten macht.

Ob sich „Candy Divsion“ auch in ihren Liedtexten zu ihrer Einstellung bekennen werden, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die neue Gruppierung in einem neonazistischen Umfeld zu verorten ist. Schwammige Distanzierungen, sollten sich die rechten Rocker tatsächlich nicht zu solchen entblöden, gilt es als widerlegt zurückzuweisen und eventuelle Konzerte in der Region zu verhindern.